So bekommst du einen eigenen KI-Schlüssel

Die KI-Belegerkennung braucht einen eigenen Zugang bei OpenAI, Google oder Anthropic. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du an einen Schlüssel kommst – und was die Nutzung ungefähr kostet.

ContoTrip arbeitet nach dem Grundsatz „bring deinen eigenen Schlüssel mit“: die KI-Belegerkennung läuft über einen Zugang, den du dir selbst bei einem der drei KI-Anbieter holst. Das ist die einzige echte Hürde beim Einstieg – und diese Anleitung räumt sie aus dem Weg. Du brauchst dafür etwa zehn Minuten und keinerlei Programmierkenntnisse.

Stand dieser Anleitung: 3. September 2026. Die Anbieter bauen ihre Webseiten regelmäßig um. Die Schritte unten beschreiben deshalb, was du erreichen willst, und nicht, wie eine Schaltfläche gerade beschriftet ist. Heißt bei dir etwas anders: Die Reihenfolge Konto anlegen → Zahlungsmittel hinterlegen → Schlüssel erzeugen gilt bei allen dreien.

Was ein API-Schlüssel ist

Ein API-Schlüssel ist eine lange, zufällige Zeichenfolge, die dich bei einem Anbieter ausweist – ein Passwort für Programme statt für Menschen. Das Kürzel „API“ steht für die Schnittstelle, über die zwei Programme miteinander reden.

Trägst du den Schlüssel in ContoTrip ein, darf die App in deinem Namen mit dem Anbieter sprechen, und was dabei anfällt, rechnet der Anbieter über dein dortiges Konto ab. Programmieren musst du dafür nichts: Schlüssel auf der Webseite des Anbieters erzeugen, kopieren, in ContoTrip einfügen – fertig.

Warum du einen eigenen Schlüssel brauchst

Weil es kein ContoTrip-Backend gibt. Nutzt du eine KI-Funktion, geht die Anfrage direkt von deinem iPhone an den Anbieter, den du ausgewählt hast, und die Antwort kommt denselben Weg zurück. Es gibt keine Zwischenstation, auf der dein Belegfoto liegen bleiben könnte.

Mit einem gemeinsamen Schlüssel für alle Nutzer wäre das nicht möglich: Ein solches Konto bräuchte einen Server zwischen dir und dem Anbieter, der jede Anfrage weiterreicht – und der könnte mitlesen. Dein eigener Schlüssel ist der Preis dafür, dass es diese Stelle nicht gibt. Nebeneffekt: Du zahlst nur, was du tatsächlich verbrauchst, und niemand schlägt etwas darauf.

Der Schlüssel selbst liegt im iOS-Schlüsselbund – dem verschlüsselten Speicher des Systems, in dem auch deine Passwörter stehen. Nicht in den gewöhnlichen App-Einstellungen, aus denen sich Werte auslesen lassen, und an uns übertragen wird er nie.

Die App spricht dabei ausschließlich mit der Adresse des Anbieters, den du gewählt hast:

  • OpenAI: https://api.openai.com/v1
  • Google Gemini: https://generativelanguage.googleapis.com/v1beta/openai
  • Anthropic: https://api.anthropic.com/v1

Die drei Anbieter im Vergleich

Alle drei liefern für das, was ContoTrip von ihnen verlangt, gute Ergebnisse. Sie unterscheiden sich vor allem im Aufwand des Einstiegs und im Preis.

AnbieterEinstiegKosten je Beleg
Google Geminiam einfachsten: Konto, Zustimmung, Schlüssel – kostenloses Kontingent zum Startam höchsten der drei
Anthropic ClaudeKonto, Guthaben, Schlüsseldazwischen
OpenAIKonto, Zahlungsmittel, Schlüsselam niedrigsten

Für den Anfang empfehlen wir Google Gemini. Nach der Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen legt Google AI Studio laut Googles eigener Dokumentation alles Weitere selbst an – du hast den Schlüssel in wenigen Minuten. Für den Einstieg gibt es dort ein kostenloses Kontingent, für das Google kein Zahlungsmittel verlangt.

Ein Punkt gehört zu dieser Empfehlung dazu: Auf dem kostenlosen Kontingent behält Google sich vor, die übermittelten Inhalte zur Verbesserung seiner Produkte zu verwenden – bei ContoTrip wären das deine Belegfotos, samt Händler, Beträgen und allem anderen, was auf dem Zettel steht. Auf der kostenpflichtigen Stufe schließt Google diese Verwendung aus; dafür hinterlegst du ein Zahlungsmittel. Beides ist offen dokumentiert, und beides ist eine legitime Wahl – nur solltest du wissen, welche du triffst.

Wer viele Belege scannt und aufs Geld schaut, fährt bei OpenAI am günstigsten; Anthropic Claude liegt dazwischen. Umsteigen kannst du jederzeit: In ContoTrip tauschst du Anbieter und Schlüssel in den Einstellungen aus, mehr passiert dabei nicht.

Schritt für Schritt: Google Gemini

  1. Öffne aistudio.google.com/apikey und melde dich mit deinem Google-Konto an.
  2. Stimme den Nutzungsbedingungen zu. Google AI Studio legt daraufhin automatisch ein Google-Cloud-Projekt und einen Schlüssel für dich an – darum musst du dich nicht kümmern.
  3. Kopiere den Schlüssel und bewahre ihn sicher auf. Einen frisch erzeugten Schlüssel zeigen die Anbieter in aller Regel nur ein einziges Mal vollständig an.
  4. Richte dir in der Google Cloud Console eine Budget-Benachrichtigung ein. Google empfiehlt das selbst, und es ist die einfachste Bremse gegen Überraschungen.

Schritt für Schritt: Anthropic Claude

  1. Lege dir auf platform.claude.com ein Konto an. Findest du irgendwo noch die ältere Adresse console.anthropic.com: Sie leitet auf dieselbe Stelle weiter.
  2. Hinterlege unter platform.claude.com/settings/billing ein Zahlungsmittel und lade ein Guthaben auf.
  3. Erzeuge unter platform.claude.com/settings/keys einen neuen Schlüssel und kopiere ihn sofort.
  4. Wirf einen Blick auf platform.claude.com/settings/limits. Anthropic arbeitet mit Nutzungsstufen; dort siehst du, welche Ausgabengrenzen für dein Konto gelten.

Schritt für Schritt: OpenAI

Diesen Weg beschreiben wir bewusst allgemein – die Oberfläche ändert sich häufiger, als ein Text nachziehen kann.

  1. Lege dir auf platform.openai.com ein Konto an.
  2. Hinterlege im Abrechnungsbereich ein Zahlungsmittel oder lade ein Guthaben auf. Ohne das bleibt ein erzeugter Schlüssel wirkungslos.
  3. Erzeuge im Bereich für API-Schlüssel einen neuen Schlüssel und kopiere ihn sofort.
  4. Setze dort, wo dein Konto Ausgabengrenzen anbietet, ein monatliches Limit.

Was das kostet

Solange du die Belegerkennung nicht nutzt, kostet der Zugang nichts – abgerechnet wird pro Anfrage. Anders als bei reinen Textanfragen schickt ContoTrip ein Bild: das Belegfoto. Bilder zählen bei allen drei Anbietern deutlich stärker als ein paar Zeilen Text, ein Beleg kostet also mehr als eine kurze Texteingabe.

Der Größenordnung nach bewegt sich ein einzelner Beleg bei den günstigen Modellen der drei Anbieter zwischen Bruchteilen eines Cents und wenigen Cent. Das ist eine Einordnung, keine Zusicherung: Preise und Modelle ändern sich, ein großes, dicht bedrucktes Foto kostet mehr als ein kleiner Kassenbon, und der Wechselkurs redet mit. Verbindlich ist allein die Preisliste deines Anbieters – und abgerechnet wird dort, nicht über ContoTrip und nicht über den App Store. Im Kaufpreis von ContoTrip Pro ist die KI-Nutzung nicht enthalten.

Praktisch heißt das: Setz dir beim Anbieter ein Ausgabenlimit, bevor du loslegst. Damit weißt du die Obergrenze, ohne die Preisliste im Kopf haben zu müssen.

Den Schlüssel in ContoTrip eintragen

  1. Öffne die Einstellungen in ContoTrip.
  2. Wähle den Anbieter aus, bei dem du den Schlüssel erzeugt hast.
  3. Füge den Schlüssel ein.
  4. Starte den Verbindungstest.

Meldet der Test einen Fehler, liegt es fast immer an einem von drei Punkten: Es ist der Anbieter eines anderen Schlüssels ausgewählt, beim Kopieren ist ein Zeichen verloren gegangen, oder beim Anbieter fehlt noch das Zahlungsmittel. Läuft der Test durch, steht die KI-Belegerkennung bereit.

Ohne Schlüssel bleibt der gesamte Rest der App uneingeschränkt nutzbar – Reisen, Ausgaben, Währungsrechner, Budget und iCloud-Sync brauchen keine KI.

Sicherheit: Behandle den Schlüssel wie ein Passwort

  • Gib ihn nicht weiter – nicht per Chat, nicht als Screenshot, nicht in einer Support-Anfrage. Auch wir werden dich nie danach fragen.
  • Setze beim Anbieter ein Ausgabenlimit oder eine Budget-Benachrichtigung. Das ist die wirksamste Vorsorge, falls ein Schlüssel doch einmal abhandenkommt.
  • Sieh gelegentlich in die Nutzungsübersicht deines Kontos. Verbrauch, den du dir nicht erklären kannst, ist das erste Warnzeichen.
  • Bei Verdacht: Schlüssel beim Anbieter widerrufen, einen neuen erzeugen und ihn in ContoTrip ersetzen. Ein widerrufener Schlüssel ist im selben Moment wertlos.
  • Brauchst du die KI-Funktionen nicht mehr, entferne den Schlüssel in den Einstellungen der App und widerrufe ihn zusätzlich beim Anbieter.

Bleiben Fragen offen, hilft unsere Support-Seite weiter.